Short (auch Short-Selling oder Leerverkauf genannt) bezeichnet eine spekulative Handelsstrategie, bei der ein Anleger Wertpapiere verkauft, die er zuvor nicht besessen hat. Anders als beim üblichen Aktienkauf mit der Absicht des Gewinnens durch Wertsteigerung, setzt ein Short-Seller auf Kursverluste und versucht, von fallenden Kursen zu profitieren.
Bei einer Short-Position leiht der Investor die entsprechenden Wertpapiere (zum Beispiel Aktien) von einem anderen Marktteilnehmer oder einem Wertpapierkreditinstitut, um sie anschließend zu verkaufen. Hat der Kurs der geliehenen Wertpapiere in der Zwischenzeit abgenommen, so kann der Anleger sie zu einem tieferen Preis zurückkaufen und an den ursprünglichen Besitzer zurückgeben. Die Differenz zwischen dem Verkaufserlös und dem Rückkaufpreis stellt den erzielten Gewinn dar.
Short-Selling wird als eine spekulative Anlageform betrachtet und birgt verschiedene Risiken. Zum einen besteht die Möglichkeit, dass der Anleger Verluste erleidet, wenn der Kurs der Wertpapiere steigt, anstatt zu fallen. Zum anderen können Aktienkurse theoretisch unbegrenzt steigen, während Verluste beim Leerverkauf theoretisch maximal auf die Höhe des investierten Kapitals begrenzt sind.
Short-Selling wird häufig von Hedgefonds und anderen professionellen Anlegern eingesetzt, um von unterschiedlichen Marktsituationen zu profitieren. Es kann beispielsweise genutzt werden, um auf Überbewertungen einzelner Unternehmen oder Märkte zu spekulieren oder um als Absicherung gegen Verluste in anderen Anlageklassen zu dienen. Auch Investoren, die eine negative Markteinschätzung haben oder auf eine allgemeine Marktkorrektur setzen, können Short-Selling nutzen.
Das Short-Selling ist in vielen Ländern erlaubt und wird von den Börsenaufsichtsbehörden reguliert. Es existieren jedoch auch Verbote oder Einschränkungen in einigen Ländern, um mögliche negative Auswirkungen auf den Markt zu begrenzen. Beispielsweise wurde nach der Finanzkrise 2008 das Short-Selling von Finanzaktien in einigen Ländern temporär verboten.
Insgesamt stellt Short-Selling eine spekulative Handelsstrategie dar, die von risikobereiten Anlegern genutzt wird, um von fallenden Kursen zu profitieren. Es ist wichtig zu beachten, dass der Leerverkauf von Aktien mit Risiken verbunden ist und daher sorgfältig durchdacht und geplant werden sollte.